Biologie der Amerikanischen Rebzikade
Biologie der Amerikanischen Rebzikade
(wissenschaftliche Bezeichnung: Scaphoideus titanus)
Die Amerikanische Rebzikade (ARZ) wurde aus Nordamerika nach Europa eingeschleppt und hat sich hier zu einem bedeutenden Schädling im Weinbau entwickelt. Der Grund dafür ist, dass sie die gefährliche EU-Quarantänekrankheit Flavescence dorée überträgt. Flavescence dorée kann die Weinreben massiv schädigen.
Die ARZ ernährt sich vom Phloemsaft der Weinrebe. Saugt sie an einer mit dem Erreger Flavescence-dorée-Phytoplasma (FDp) infizierten Rebe, nimmt sie das Phytoplasma auf. Nach einer gewissen Latenzzeit kann sie dieses auf gesunde Reben übertragen. Sowohl Larven als auch erwachsene ARZ können sich infizieren und bleiben anschließend ihr Leben lang infektiös.
Die ARZ bildet nur eine Generation pro Jahr, wobei ihre gesamte Entwicklung an der Weinrebe stattfindet. Die Eier werden in die Borke des Rebholzes abgelegt, wo sie vor Witterungseinflüssen und Fressfeinden geschützt sind. Die Überwinterung erfolgt im Eistadium in Form einer genetisch festgelegten Diapause.
Der Larvenschlupf beginnt je nach Witterung etwa Ende Mai bis Anfang Juni und erstreckt sich über mehrere Wochen. Insgesamt gibt es fünf Larvenstadien (L1–L5). Alle Larvenstadien sind durch zwei schwarze, rautenförmige Flecken am letzten Körpersegment gekennzeichnet. Meist halten sich die Larven auf der Blattunterseite auf.
Die ersten erwachsenen ARZ treten in Österreich gewöhnlich ab Mitte Juli auf und bleiben bis Ende September bzw. Anfang Oktober aktiv. Die durchschnittliche Lebensdauer beträgt etwas mehr als zwei Monate, wobei Weibchen in der Regel länger leben als Männchen. Ab August beginnen die Weibchen mit der Eiablage im Rebholz, womit sich der Lebenszyklus schließt.
Erstes Larvenstadium der Amerikanischen Rebzikade ©AGES, Strauß
Erwachsene Amerikanische Rebzikade ©AGES, Strauß
(Text: Gudrun Strauß)
